Zum Inhalt "Lieber Arm ab als arm dran"

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Mein Anliegen

Mit meinem Buch möchte ich Ihnen Mut machen, sich Ihren Grenzen zu stellen.
Sicher ist es Klasse, wenn wir eine Grenze überwinden können, etwa indem wir von einer Krankheit geheilt werden. Manchmal aber werden Grenzen gesetzt, die wir hinnehmen müssen. Dieses Buch erzählt davon, wie eine gesunde Einstellung zu unseren Grenzen zum Gelingen des Lebens beiträgt. Meine Behinderung ist nach dem Schlüsselerlebnis im Schwimmbad nicht anders geworden. Anders geworden ist mein Umgang mit der Behinderung. Meine Angst und Scham ist gewichen.

Zum Titel

Der Titel ist provokant und doppeldeutig. Das Zitat „lieber Arm ab, als arm dran“ ist von meinem Bruder Edgar. Es passt in mehrfacher Hinsicht zu meinem Leben und zu diesem Buch.

Zum einen lehnt der Titel einen zwingenden Zusammenhang zwischen meiner Behinderung und meinem Befinden ab. Ja, beide Unterarme fehlen mir seit meiner Geburt, doch hat dies nicht (und schon gar nicht automatisch) dazu geführt, dass ich „arm dran“ bin.

Wenn ich die Wahl hätte zwischen fehlenden Armen und „arm-dran-Sein“, ich würde zweifelsohne die fehlenden Arme vorziehen. Meine Behinderung hat längst ihre Schrecken verloren und sie belastet mich weit weniger, als allgemein angenommen wird. Es heißt übrigens bewusst „lieber“ und nicht „besser“ Arm ab. Aus meiner subjektiven Sicht ist es mir lieber, keine Unterarme zu haben, mich aber nicht „arm dran“ zu fühlen. Für andere Menschen mag ein Leben nur mit Oberarmstümpfen die reinste Katastrophe sein. Daher sage ich nicht, dass es grundsätzlich besser ist, „Arm ab“ zu haben, als „arm dran“ zu sein. Am liebsten wäre es mir natürlich gewesen, ich hätte Arme und wäre auch nicht „arm dran“. Wenn aber eines von beiden Wirklichkeit ist, dann ist mir „Arm ab“ lieber.

Meine These

In diesem Buch vertrete ich die These, dass es keinen grundsätzlichen Unterschied von Menschen mit Behinderung und Menschen ohne Behinderung gibt. Ja, ich halte diese Einteilung nicht nur für falsch, sondern sogar für schädlich. Leider haben wir uns so sehr an diese Aufteilung gewöhnt, sie ist uns so selbstverständlich geworden, dass sie uns schon Natur gegeben erscheint. Wir halten sie für die natürlichste Sache der Welt.

Stattdessen meine ich, alle Menschen sitzen im gleichen Boot. Wir sind einerseits begrenzt, d.h. wir haben Hindernisse und sind andererseits begabt, d. h. wir haben Möglichkeiten. Behinderung verstehe ich als ein Hindernis unter vielen anderen, mit denen Menschen leben müssen und leben können.

 

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